Herzlich Willkommen – Welcome Refugees !

Hinter den Melonen eines türkischen Supermarktes, einem Fahrradabstellplatz und einer BSAG-Kartenverkaufsstelle, unter Wohnungen, Büros und einer Zahnarztpraxis werden alle Fremden mit „Herzlich willkommen“ begrüsst.Fluchtheim 1 Fluchtheim 2 Dieser freundliche Gruß steht seit vielen Jahren über dieser Tür und der eines Seiteneingangs in das Gebäude.Fluchtheim 3 Es beherbergte einst in einer, im Hintergrund liegenden Halle, den Supermarkt ‚KAFU‘ und später den Sonderpostenmarkt ‚Zimmermann‘. Nur drei kleine Fenster an der Rückseite zum Parkplatz und etwas Licht durch die gläsernen Eingangstüren beleuchten diese Räumlichkeit. Die Deckenhöhe ist verhältnismäßig gering. Dieser große dunkle Raum stand mehrere Jahre leer, ebenso die benachbarten kleineren Ladenflächen. Wohnungen über diesen verweisten Läden waren aber die ganze Zeit bewohnt. Sie belebten die Atmosphäre um den Gebäudekomplex, jenseits der Hauptstraße, aber nicht besonders. Erst als vor zwei Jahren eine expandierende private Kindergruppe, die leeren Räumlichkeiten für sich entdeckte, kam wieder mehr Leben in diese Gebäude. Einige asphaltierte Parkplätze wurden und werden zu einer eingezäunten grünen Kinderspielfläche mit Sandkiste, Schaukel und Rutsche umgestaltet.Fluchtheim 4a Fluchtheim 4b Doch seit Mitte 2014 änderte sich schlagartig alles in Bremen, in Deutschland und Europa. Massenweise überrollen uns Flüchtlingsmassen aus krisengeschüttelten Regionen wie Afghanistan, Syrien, Irak, Afrika und den Balkanländern unsere heile, wohl geordnete Welt. Sie alle, Singles, Familien, Minderjährige sind auf der Suche nach Sicherheit und einem besseren Leben für sich und ihre Angehörigen, die sie oft in der gebeutelten Heimat zurücklassen mussten. Diese sind weiterhin von Hunger, allgemeiner wirtschaftlicher Not ( z.B. Sinti und Roma in den Balkanländern) bedroht oder werden von fanatischen, gottlosen IS – Gruppen / Boko Haram, AL KAIDA u.a., ohne jedes menschliches Ehrgefühl, terrorisiert und ermordet. Wenn ICH / WIR, uns nicht auf eine Entwicklungsstufe mit diesen Unwesen stellen wollen und noch nicht jeglichen Respekt vor der universellen Macht, sprich NATUR, GOTT oder sonstwie genannt, verloren haben, ist es unsere Aufgabe, den Gequälten zu helfen und ihnen Asyl zu gewähren.
Aber auch unsere Ressourcen, hier in Deutschland, sind begrenzt. So ist es nicht länger möglich, unsere selbstgesetzten Standards für eine menschenwürdige Unterbringung von Flüchtlingen aufrecht zu erhalten. Es ist notwendig geworden, innerhalb sehr kurzer Zeit bedingt wetterfeste Großzelte für hunderte von Menschen und dunkle Hallen zur Unterbringung der Flüchtlingsmassen einzusetzen. Unter deren Dächern hausen diese armen Menschen dann für Monate in Kabinen aus mobilen Stellwänden, meistens für vier bis sechs Personen hergerichtet, nicht abschliesbar, nach oben offen und manchesmal ohne Tageslicht. Privatsphäre gibt es so gut wie nicht.

Benachbarte leerstehende Läden erwachen durch einen Umbau zu Gemeinschafts-räumen zu neuem Leben.
Flüchtlingsheim 6Fluchtheim 5Vor die drei, natürliches Licht spendenden Fenster an der Rückseite der dunklen Halle wurden ein Notausgang und Sanitärcontainern aufgebaut.Fluchtheim 6 Fluchtheim 7 Fluchtheim 8Hinter dem neuen Flüchtlingsheim parken wie eh und je viele Autos, die nur ETWAS von ihrem Parkraum abgeben mussten. In der dunklen Halle, des ehemaligen Super- und Sonderpostenmarktes leben dafür 140 Flüchtlinge auf engstem Raum, d.h. Singles, Minderjährige, Familien.
STADT-IDYLLISCH sieht das ganze Enssemble mit seinem ‚INNENLEBEN‘ von der dahinter liegenden Straße aus !Fluchtheim 9Solch ein eingerichtetes Flüchtlingsheim (‚LAGER‘) wird von einem Wachdienst, der 24 Stunden für „Ordnung sorgt“, bewacht. Es wird versucht Kinderbetreuung, Deutschunterricht und mehr soziale Aktivitäten auf die Schnelle zu organisieren.
Das ehrenamtliche Engagement von uns Deutschen ist dabei groß, was ich vor dieser Flüchtlingskatastrophe nicht erwartet hätte. Vor allem über die sozialen Netzwerke werden viele Hilfsangebote organisiert.
Wenn plötzlich der Flüchtlingsandrang zu groß wird, kann es vorkommen, dass Gemeinschaftsräume zusätzlich als Schlafstätten hergerichtet werden müssen, wie es in anderen Unterkünften bereits vorgekommen ist.

Ich frage mich, in wieweit diese vielen, oft gut qualifizierten Flüchtlinge, aber mit einem vollkommen fremden kulturellem Background langfristig unsere Gesellschaft und unser Land verändern werden ?

REFUGGIES Willkommen – Flüchtlinge WELLCOME !

Susanne Schweers


Folge 2: „Herzlich willkommen – Im Spiegel der Erinnerung“ >> hier

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