Gut gepflegt geerntet,
gut geliebt genossen,
gut gesichert begossen,
MIT GANZ VIEL HERZ & LIEBE!
Susanne Schweers
Ich schlafwandle,
ich träume,
alles so unwirklich:
Ländergrenzen geschlossen,
Geschäfte, Lokale ebenfalls,
Supermärkte, Drogerien, Eisdielen, Baumärkte offen,
Klopapier, Reis, Nudeln ausverkauft.
Spielplätze amtlich verweist,
Mutter, Vater, Kind schaukeln.
Der öffentliche Verkehr auf Sparflamme,
mehrfach desinfiziert.
Ambulanzen, Spitäler haben Konjunktur,
freundlich aus der Quaratäne gegrüßt,
die Erkrankten, die Toten, die Genesenen,
die Ärzte, Schwestern, Pfleger dick vermummt,
am Ende ihrer Kräfte,
die Freiheit, das Leben bedroht.
Die Sonne lacht,
der Onlinehandel blüht,
Singles, Pärchen, Familien flanieren,
auf 150cm Abstand bedacht.
Corona, Covid-19,
Solidarität weltweit,
EINE NEUE ZEIT BRICHT AN!
Susanne Schweers
Zum Jahresende 2019 und Beginn eines neuen Jahrzehnts habe ich einen letzten Rundgang um das fertiggestellte ‚City-Gate‘ gemacht. Nach vier Jahren aufmerksamer, kritischer Beobachtung mit verschiedensten Kameras und mit Satire gewürzten Begleittexten, endet der Zyklus der Erlebnisbaustelle ‚Bremer Bahnhofsplatz‘ mit insgesamt einundvierzig (41) Erlebnisberichten.
Das ‚Tor zur Stadt‘, wenn es wirklich eines werden sollte für die (Bremer) Bevölkerung, bietet nachwievor Platz für einen Laden neben der sehr gut besuchten Eisdiele / Café an der Bahnhofstrasse.

Abstellräume für Müllcontainer, Dixiklos (TOi, TOI, TOI), Baugerät … werden noch benötigt.
Die Restaurantkette Vapiano verspricht seit über einem Jahr ihren Einzug an der Ecke Bahnhofstrasse / Breiten Weg und das gleich bis in die erste Etage. Da die Kette inzwischen (mal) wieder in finanzielle Schieflage geraten ist und eine Neueröffnung Geld kostet, steht diese noch in den Sternen!
Nebenan am Breiten Weg lädt dagegen ein weihnachtlich geschmückter Eingang potentielle Besucher*innen ein, z.B. den Zahnarzt in der zweiten Etage zu besuchen. Dort scheinen die ‚Geschäfte‘ zu laufen. Neuer Fußbodenbelag wartet auf Verlegung.
Am Herdentorsteinweg, entlang bis zur Ecke Bahnhofseite, kommt einem eine vertraute Straßenbahn entgegen und das Gewusel ein- und aussteigender Menschen gerät wieder ins Blickfeld.
Vorab werden dem Passanten aber neue Alternativen zu Tram & Co. aufgezeigt. E-Scooter, wie diese mit Akku angetriebenen neu modischen Gefährten genannt werden, stehen seit Ende November 2019 überall in Bremen herum. Es gibt sie bisher in Pink und Grün. Wer jedoch auf den Gedanken kommt, der Laden ‚Immergrün‘, der bereits seit längerem an dieser Straßenecke existiert, würde sie zur Werbung kostenlos zur Verfügung stellen, irrt sich gewaltig!
Firmen, wie Voi (pink) und Tier (grün), streben in den finanziell lukrativen Verleihmarkt. 1 € Grundgebühr und pro Minute Nutzungsdauer ca. 17 Cent werden fällig, per Smartphone gebucht! An zahlreichen Flecken im Stadtgebiet stehen diese Roller herum und meistens im Weg. Weltweit sind sie bereits im Einsatz, meistens zum Ärgernis der Bewohner*innen und sehr unfallträchtig!
Weiter geradeaus, aber ‚zu Fuß‘ bitte, trotz wartendem E-Scooter, lädt den Passanten dieser freundlich lachende gelbe Teddybär ein, den eigenen Weg zu verlassen und in dem Kiosk etwas zu konsumieren, zu kaufen. Verhungern tut man auf keinen Fall round about des neuen ‚City-Gates‘, höchstens auf der Seite zum Breiten Weg gelegen.
Den Gang zwischen den beiden Gebäuden links liegen lassend, erreicht man wieder den Ausgangspunkt des Rundgangs. Ein Blick nach oben über die Straßenbahn hinweg nicht vergessen!
Das ‚Bremer Loch‘ ist nicht überflutet worden und verfüllt, die Hochstraße steht noch und ist nicht weiter abgesunken und der Bahnhofsplatz, nach heftigen und langen Querelen, bebaut …
… ENDE GELÄNDE!
Mehr Fotos zur Erlebnisbaustelle Bahnhofsplatz ‚City-Gate‘ gibt es >> hier
Susanne Schweers
Zielstrebig mit Kind, Mann (und Maus bzw. Kegel) strebt frau dem letzten großen Abenteuer entgegen. Im dicken Echtpelzmantel vom Feinsten oder dick eingemummelt in Winterjacken mit Kaputze, eilen sie der Unterwelt des ‚City Gates‘ entgegen.
Vorbei an abgestellten Fahrrädern,
Laderäumen für An- und Abtransporte von Waren aller Art für REWE, Woolworth seit 1879, Hans im Glück & Co.,
geht es ab in die Tiefe, deren Abgründe, unbekanntes Terrain …
Ein letzter Blick zurück zur Sicherheit …
und dann vorwärts, geleitet von Rohren, Licht und fliederfarbenen Linien mit Knöpfchen.
Eine blau illuminierte Schranke stoppt das Eintauchen in die Tiefe,
aber nur für kurze Zeit.
Alternativ, gibt es zumindest, für Fussgänger*innen, noch Türen,
videoüberwacht mit Erklärungen und Preistafel.
In der Tiefgarage, stechen den Besucher*innen die kreative farbliche und grafische Gestaltung, gespickt mit ein paar Automobilen, ins Auge. Es ist Sonntag. Ob wochentags mehr Auto hier parken werden?
Für die verschiedensten Individualisten, wie z.B. Frauen, ist durch reservierte Parkplätze vorgesorgt worden. Diese sind auf dem direkten Wege zu erreichen,
inklusive der Möglichkeit, sofort bei Gefahr, um Hilfe bitten zu können.
Dies selbstverständlich immissionsarm mit wenig CO2, Feinstaub und ohne Benzingestank.
Es gibt noch weiteres Sicherheitsgerät in verschlossenen roten Schränken an den Wänden.
Nach einem interessanten Rundgang durch Deck U2 können Frau, Mann und Kind (samt Maus bzw. Kegel) durch den ausgewiesesen Ausgang mit dem Fahrstuhl eine Etage tiefer ins Parkdeck U3 fahren.
Dort begrüßt die Besucher*innen das Parkdeck U3 mit mintfarbenen Farbtupfern, anstatt fliederfarbenen, wie im vorherigen Stockwerk. Extra Parkplätze für Frauen sind auch hier sofort erkennbar, abgesichert durch die bekannten roten Wandschränke mit passendem Gerät, schwarzgelben Klebstreifen und zusätzlichen Hinweisen in Bleu.

Darüber hinaus fallen Besucher*innen sofort weitere previlegierte Parkplätze auf, diesmal für ‚Säuglinge mit Begleitung‘. Ob es diese auch im vorigen Parkdeck U2 gegeben hat?
Sie sind ebenso gut abgesichert, wie die Parkplätze für das weibliche Geschlecht.
Beeinträchtigte Menschen im Rollstuhl, mit oder ohne Begleitung, dürfen sich ebenfalls über extra Parkplätze freuen, die mit einem Feuerlöscher geschützt sind!
Nun reicht es aber für Frau mit Mann, Kind (und Maus bzw. Kegel) mit der Besichtigungstour im ersten Teil der Unterwelt des ‚City Gates‘. Echtpelzmantel und die dicken Winterjacken der Besucher*innen haben alle ins Schwitzen gebracht. Es war nicht so kalt, wie erwartet, tief unterhalb der Erdoberfläche, und allen knurrt inzwischen der Magen. Blank geputze Glasschiebetüren erwarten bereits die Austretenden.
Ein letzter Blick zurück,
adieu Parkdeck U3 und U2,
und den Fahrstühlen, ein Abschied selbstverständlich videoüberwacht!
Inzwischen ist es dunkel geworden. Die Weihnachtsbeleutung leuchtet und lässt Lichterkugeln erstrahlen. Es bleibt stimmungsvoll für die Besucher*innen bis zum nächsten Abtauchen in den zweiten Teil der Unterwelt des ‚Tors zur Stadt‘.
Mit der Rolltreppe geht es abwärts zum Billigkaufhaus Woolworth seit 1879 und zu Rewe oder auch ….,
Diese fiebern bereits sehnsüchtig der Kauflaune und dem Hunger von Frau mit Mann, Kind (und Maus bzw. Kegel) entgegen. Umsatz kommt schließlich nicht von allein!
Rote Farbe überall, als Werbefahne oder -Tafel, im Namenszug, als Einkaufskorb, sollen sie zum Kauf von nötigen Nahrungsmitteln und überflüssigen Konsumgütern animieren.
Sicherheitvorrichtungen, in Form roter Wandschränke, wie in der Tiefgarage bereits gesichtet, unterstützen den Werbeeffekt und Einrollende, in dicken roten Winterjacken, unfreiwillig auch.
Die ‚Werbung in Rot‘ zeigt Wirkung. Mit vollen Tüten streben bereits Mütter mit ihren Kindern via Rolltreppe vor den Augen von Frau mit Mann, Kind (und Maus bzw. Kegel) hinauf zum Ausgang.
„Müssen wir noch schnell eine Fahrkarte für Bus oder Tram kaufen, eine Auskunft einholen? Nein, dann schnell weiter zum Ausgang bzw. Eingang!“
Auf eine Apotheke muss nach wie vor verzichtet werden.
Der Rundgang durch die Unterwelt des ‚City Gate‘ endet …
… BEWACHT VON EINEM MENSCHEN, DER RAUCHERPAUSE MACHT!
Mehr Fotos zur Erlebnisbaustelle Bahnhofsplatz ‚City-Gate‘ gibt es >> hier
Susanne Schweers
Gleich um die Ecke,
immer schön geradeaus am Grün entlang,
hin zum Zahnarzt
oder doch erst einmal ab ‚durch die Mitte‘ in die Passage?
Pause machen mit Brötchen, Croissant, Bagel?
Neuerscheinungen in Sachen Elektromobiliät gucken, mieten, kaufen?
oder einfach stehen bleiben
und dann Burger & Salat glücklich genießen, bei Bedarf mit einer Zigarette rauchend, im Freien?
Danach geht es auf vielfältigen Wegen weiter, mit Fahrstühlen, durch Türen zum wartenden Auto in die Tiefgarage.
Bus und Bahn der BSAG bieten sich als Alternative an, Wegzehrung für den Heimweg kann bis 22 Uhr, in der Tiefe, gekauft werden, falls Brötchen, Croissant, Bagel, Burger & Salat, mit oder ohne Zigarette im Freien, nicht sättigend waren.
Der Bahnhof mit seinen Zügen ist auch nicht weit,
nur ‚krank‘ sein oder werden, sollte man bis dato nicht!
Es gibt noch Spielraum für weitere Bedürfnisse:
Eis, Kaffee und Kuchen,
Klohäuschen und Paletten,
Abfalltonnen, italienische Pizza und Pasta demnächst,
Container und Gabelstapler,
Fluchtwege rein und raus,
Fahrräder und Fußgänger.
Noch einmal kreisen um glückliche Burger mit Salat unter Birken,
und neuer Elektromobilität. Dann ‚ab durch die Mitte‘ der Arkaden,
unter allgegenwärtiger bunter Reklame,
hell beleuchtet,
knackig, frisch und immer grün,
mit rotem Abschiedsgruß vom Bäcker,
nicht allein wartend,
von Herzen begleitend geht es nun wirklich heimwärts.
Ein letzter Blick zum Abschied …
… GEDANKEN AN EINEN LEEREN PLATZ VOR AUGEN HABEND!
Mehr Fotos zur Erlebnisbaustelle Bahnhofsplatz ‚City-Gate‘ gibt es >> hier
Susanne Schweers
Innen und außen,
davor und dahinter,
Max Dudlers ‚City Gate‘ aus schlichten beigen Kalksandstein wird bunt.
In Reih und Glied warten Ständer mit Rädern,
beleben Tisch, Bank und Schirm,
oder Junge und Mädchen mit Eis und Türenöffner die Passage.
Sitzen und Müll entsorgen ist noch nicht erlaubt,
aber darauf warten, gesichert, schon!
Buntes Leben am ‚City Gate‘ schreitet viel versprechend voran,
Die Menschen eilen vorbei und hindurch.
Wohn-Container weichen mit den abziehenden Handwerkern.
ALLES FAST FERTIG GERASTERT UND BUNT, UNBEACHTET VON EILE!
Mehr Fotos zur Erlebnisbaustelle Bahnhofsplatz ‚City-Gate‘ gibt es >> hier
Susanne Schweers
… GRAFFITI hin zum Mainstream theoretisch,
ist noch eine lange Fahrt praktisch,
egal mit welchen Mitteln und Fahrzeugen.
Die Zeit wird’s bringen,
von der Stadt in die Vorstadt oder umgekehrt.
BANKSY & Co. lassen GRÜSSEN !
Susanne Schweers
Der große Tag der Eröffnung des ‚Tors zur Stadt‘ am 31. März 2019 ist nach fast vier Jahren Bauzeit gekommen, nur wie es erreichen, wenn ein Bus, eine Tram nach der anderen mir den Weg versperren?
Und es gibt an diesem lang herbei gesehnten Tag noch andere Barrieren für Normalos wie mich, die den Eintritt regeln!
Endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit, erreiche ich mein Ziel der Glückseligkeit, zumindest in der linken Hälfte des ‚Tors zur Stadt‘: Das Gewinnspiel, eine weitere Filiale der Back Factory-Kette und einen neuen DM-Drogeriemarkt!

Aber auch eine neue ‚Bremer Kante‘ zwischen den Arkaden des ‚City Gates‘ und dem regulären Bahnsteig bzw. der normalen Bordsteinkante zur Fahrbahn von Bus und Bahn gibt es nun. Wann passieren die ersten Unfälle, frage ich mich?
Habe ich die ‚Bremer Kante‘ wohlbehalten überwunden, stehe ich wie bisher vor Bauzäunen mit großmundigen Botschaften,
Schaufenstern, die Baumaterial und Holzpaletten in interessanten Spiegelungen der historischen Gebäude gegenüber präsentieren,
und noch mehr Bauzäunen, die mir den Weg versperren.
Der Berufsverkehr, ob per Rad, Auto, Bus rauscht wie gewohnt, an diesem wichtigen Tag der Eröffnung des ‚City Gates‘ vorbei,
neugierig beäugt, von zahlreichen wartenden Dixiklos, die ihre Aufgaben erfüllt haben.
Zahlreiche Fahrräder parken, wie gewohnt, im Schatten des ‚City Gates‘, unter der Hochstraße.
Na, wo ist es denn, unser schönes altes Bahnhofsgebäude, im Gegenüber von gerasterten Dudler-Stil, Baggern und Bauzaun?
Diskussionen entstehen in dem kleinen Stück eröffneter Passage vor der Back Factory Filiale, geschützt vor Regen und Schnee unterm Schirm.
‚Hans im Glück‘ hat noch Zeit und Muße hinterm Bauzaun darüber zu philosophieren,
und weitere Shops im Rohbauzustand ab 35 qm, Büros und Praxen ab 250 qm und das Siemens-Hochhaus als Sitz des Bausenators ebenfalls. Ob Frau Iris Reuter, Senatsbaudirektorin in Bremen, zufrieden ist mit dem Ergebnis?
Experiment Moderne – ‚City Gate‘ schreitet in Hülle und Fülle voran und dies nicht nur im Focke-Museum Bremen, sondern auch im Angesicht des schönen alten Bahnhofbebäudes.
Bauzaun und Rollen mit Dämmmaterialien grüßen mich zum Abschied.
Ein Licht erleuchtet mich über das ‚City Gate‘ zum kostenlosen Kaffee in der neuen Filiale von Back Factory und lässt mich in Erinnerungen schwelgen …
… und am Freitag, den 10 Mai 2019, gab es die OFFIZIELLE Eröffnung des ‚City Gate‘: Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) und der Investor Achim Griese durchschnitten ein rotes Band und gaben damit den Weg durch die 60 Meter lange Passage frei.
Oh Wunder, unser schönes altes Bahnhofsgebäude kann man noch erahnen!
GOOD BYE für heute Herr Max Dudler, Architekt!
Mehr Fotos zur Erlebnisbaustelle Bahnhofsplatz ‚City-Gate‘ gibt es >> hier
Susanne Schweers